Rundumservice: AOI/XI inklusive

Rundumservice - AOI AXI inklusive

Dass vergleichsweise kleine Dienstleister eine Menge an Know-how und Technologie anbieten und damit eine anspruchvolle Kliente im Bereich Kleinserien bedienen können, wenn sie es nur richtig anstellen, ist bekannt. Doch nur wenige sind so mutig, wie Kirron, wo man sich jüngst sogar ein AOI-System für die Lötstelleninspektion angeschafft hat und jetzt neben XI auch AOI als Dienstleistung im Rahmen der Baugruppenfertigung anbietet.

Der Komplettservice-Anbieter Kirron konnte in den letzten 2 Jahren trotz leichter Umsatzrückgänge neue Kunden hinzugewinnen, den Mitarbeiterstamm auf 13 ausweiten und den Maschinenpark weiter ausbauen. Ein Ekra E 5 Schablonendrucker wurde angeschafft, die IBL-Dampfphasenlötanlage automatisiert und nicht zuletzt in ein Viscom-AOISystem investiert - getreu dem Kirron-Motto: Wir bevorzugen deutsche Hersteller. Und weil einige Kunden bereits mit SnAg bei einem Schmelzpunkt von 221 °C gelötete Baugruppen haben wollen, hat man auch beim Dampfphasenlöten auf ein Medium mit 230 °C umgestellt.
 
Bleifrei-Technik im Griff
Bleifreie Leiterplatten bezieht Ronny Kirschner schon länger, weil vor zwei Jahren ein erster Anwender bereits danach verlangte. Mit Bleifrei können wir uns als kleiner Dienstleister gegenüber so manchem Großen abheben, so Kirschner. Auch die Kennzeichnung von bleifreien Bauteilen - bei uns mit einem "g" für green - konnten wir über unsere Mimot-Software über die Identnummern problemlos umsetzen. Nächstes Jahr erwarten wir einen massiven Zuwachs in Sachen bleifrei - über alle Branchen, die wir zur Zeit bedienen: Die Messtechnik, die Automobilzulieferer und -Hersteller und Maschinenbau - auch bei relativ kleinen Losgrößen zwischen 2 bis 10 pro Jahr.

AOI/XI als Service
Schon vor drei Jahren fiel die Kirron durch das Anbieten eines Röntgenservices auf, der sich inzwischen etabliert hat, wenn da auch hier und dort immer noch eine gewisse Zurückhaltung herrscht, zu uns zu kommen und sich die eigenen Fehler präsentieren zu lassen, so Kirschner. Außerdem ist die Röntgen-Dienstleistung auch immer mehr zur Prozessberatung mutiert. Mit unserem neuen AOI-Service haben wir uns für die nächsten Jahre einfach so aufgestellt, dass wir ein ebenso umfassendes Dienstleistungsspektrum anbieten können, wie viele Große. Mit dem S 6055 S von Viscom können wir qualitativ noch höherwertige Qualitätsprodukte liefern. Spätestens bei 0402 hört es schließlichauf mit visueller Inspektion. Wir schreiben die Software, wir werten aus und wir können gegebenenfalls mitHilfe des Herstellers Viscom selbst auch einen weitergehenden SMT-Prozesssupport liefern. Dabei nehmen wir bei Losgrößen von 20 bis 50 lieber einmal ein paar Pseudofehler mehr in Kauf und verifizieren dann auf eine gegenüber der visuellen Inspektion wesentlich höheren Qualitätsstufe. Wir prüfen dabei natürlich vor allem kritische Bauteile, wie z. B. mögliche Auflieger. Und ich möchte auch darauf hinweisen, dass wer bei uns fertigen lässt, von Anfangan Qualität gefertigt bekommt. Wir drucken Finepitch - auch mit geschlossenem Rakel - mit 2,5-D-Lotpastenkontrolle, wir bestücken mit einem geringstmöglichen Anteil an Handbestückung und wir löten mit einer automatisierten Dampfphase. Und immer noch bleiben Fehlerquellen offen, wie z. B. verschiedene Lotpasten, die wir ganz einfach verwenden müssen - mit Bleifrei kommen da sicherlich noch weitere Fehlerquellen hinzu. Dieverschiedenen Pastenverhalten können wir mittels AOI relativ schnell charakterisieren. Es geht eigentlich nur um eines: Bestmögliche Qualität durch automatische optische Prüfprozesse, ergänzt Reinhard Pollak, Lieferant des bei Kirron installierten Mimot-Bestückungsautomaten und auch des neu installierten Viscom- Systems. Und an dieser Stelle bietet Viscom ganz einfach die aktuellsten Prüfalgorithmen und mit Easy Pro eine sehr umgängliche Programmiersoftware. Ganz abgesehen davon, dass man bei Viscom auf allein 15 Mitarbeiter in Sachen Prüfprogrammierung zurückgreifen kann.

Schlussbemerkung
Wir wollen mit unserem Unternehmen unter 20 Mitarbeitern bleiben, weil uns das eine gewisse Flexibilität erhält. Auf der anderen Seite werden wir das nur machen können, wenn wir unseren Maschinenpark und unser Know-how entsprechend immer weiter ausbauen. Wenn wir das vielleicht immer ein wenig früher als viele andere tun, profitieren unsere Kunden davon, dass wir ihnen etwas anbieten, was sich bei ihnen momentan noch lohnt, und wir profitieren von einem klaren Know-how-Vorsprung. Und wenn wir das alles sozusagen Basel-II-frei finanzieren können, sind wir für die Zukunft bestens gerüstet.

productronic 5 / 6 2004